Kleine Holzlyrik

Du einfacher Ast

Ein stilles Leben gedeiht nach vielem Weiß,  so leis` heran
     ich sah ihn Tag um Tag, er stand so karg im Waldesrand
     so still verträumt auch nicht bedacht`im Morgentau
     er denkt bei sich...  Ich bin nur grau!

Doch dort, geboren wird ein erster Blick in uns`ren trüben Tag
     verziert er nun hier und da und dort, all Grau mit Blütenmacht
     ja eilig verzaubert sich,  für uns,  bis hin zur Pracht
     er strahlt uns an und fragt...  Siehst Du mich?

Erwacht ist nun ein strahlend`Gesicht mit grünem Schopf
     die offne Bluse zeigt, ihr lieblich Rot und lacht
     mit gelben Knöpfchen zierlich noch bestickt
     läd sie uns ein...  Magst Du mich?

Oh Daphne, Du schönste Maid
     ein Verlangen erwächst zu liebkosen Dich
     mit beglückend`Blick und große Freud`
     in deinem Herzen rein,  so fand`st Du mich
                     Seidelbast, Du einfach Ast...  Ich liebe Dich.

                                                                         Hb
                                                                         März 2010
    

Ein Fleckchen Erde

Frohlockend - zieht mich an
so oft... des Waldes stiller Minnesang
der Wege gemeinsam schweigend
gehen Pflanze, Tier und Stern.

Frohlockend - ruft mich an
der Vögel Laut... mich wach zu küssen
ich lieg`in Mutter Erden Schoß
und denke... was bin ich bloß?

Frohlockend - sieht mich an
der Blumen liebliches Gesicht
die Mücke, die mich sticht
ich sehe, staune und verzeih.

Frohlockend - hielt mich an
der Geschichte Rad es rollt... die Erde dreht
in Musestunde der Gedanke führt
mit Freundeswort zu jeder neuen Fahrt.

Frohlockend - geht mich an
des Weges eingesäumte Ruh
jeder Pflanze Sinn und Tiergedanken
mögen mein Tun umranken.

Frohlockend - zieht mich an
des Harzes Wald
verweile hier
ruft es mich... in Gedanken.

                                          Hb
                                          August 2009

 

          Einfach toll

Und wieder regnet`s... stürmisch draußen
      die Zeit wird länger die Uhr bleibt steh`n
      ein grauer Mantel und Mütz wie Stimmung tief
      fleiß`ge Hände ruh`n auf Dach und Land.

Und wieder regnet`s... an die Scheibe
      sie sitzen warm und seh`n wie Wolken flieh`n
      das Kind am Fenster, sein Finger die Sonne malt
      im Raum sind Wort und Geist vereint.

Und wieder regnet`s... reiche Tropfen
      ja die Blume reckt hin den Kopf
      die Erde trinkt und Quelle springt
      der Apfel saugt der Vogel singt
      ein weicher Tropfen hier... ein frischer dort.

Und wieder regnet`s... ganz sacht
      all wachsend Grün und Lichtes Strahl
      gibt erst Segen und spendet Leben all
      vergessen sind der Nässe feuchtes Kleid und Leid.

Und wieder regnet`s... leise friedlich
      ich schlaf ein, die Ähre wächst
      mein Haupt liegt ruhig und Menschen wohl
      ich träume jetzt... All die Speicher, regnet voll!
      ...ein Gedanke spricht...  Einfach toll!
                                      
                                                         Hb
                                                         September 2009

                          Ein buntes Grün

Du zierend Schönheit in farbighellem Kleide
     ein leiches Säuseln bewegt dich und mich
     und führt Gedanken, mir scheint es, ja tugendhaft
     wie ihr, mit all`den Tieren... liebend lacht.

An Berges Hang und in deinem Tal so still
    wächst mit blauem, grünem Erdenglück,
    hier strahlt ein Blick empor und kommt doch zurück
    es keimt in mir, ein Sprössling... Namen`s Lebensinn.

Dies Pflänzchen strebend, nun in Tag und Jahr gereift
    er vermag zu schenken, mir Tisch und Stuhl und Bett,
    deiner Ernte`s Sinn fällt schwer, doch vor Zerfall verzeih
    du flüsterst leis`: "Neues Licht" ...zur sprießend Frucht.

Der Baum, mein Freund ich nennen darf
    im Walde geh`ich und mir schwindet der welten Sicht
    mir ist, wie der Kranichtanz verzaubernd spricht
    mit Sonnenstrahlen vergoldet... morgen`s ein wortlos Gedicht.

Ein Lüfchen weht ganz sacht heran und ein buntes Grün
    es bricht und sinkt, ...die Hand ergreift und hat
    ein Blatt... vom Ahorn so grün doch bunt,
    ist es nicht ein Teil vom Schönsten...
                                                    auf unser`m Erdenrund?

                                                     Hb  November 2009

                                Im Duett

Im frühen Morgenwind seine Schwingen breit sich hebend
     und unter des Himmel`s mildem Schleier
     gleitet ruhig voran, er, auf seinen Wegen
     sein Blick und Stimm sind warm, ...es fliegt ein Schwan.

Leise Töne sich im blauen Firmament einstellen
     und sie dringen zum Gehöhre mit leichten Wellen
     ein friedlich` Bild am Abendhimmel, doch wie ein musisch Satz,
     hier, an des Berges braunem Bühl... er fand sein Schatz.

In der dunkel werdend`Stunde
     wird das Wort vom Abend mit der liebend Nacht vertont
     und wo der selbe Ton die gleiche Note fand`
     sie sich im Mühl`tal einst vermählten... mit Glockenklang.

Ein Musical hört man hin und wieder nun
     denn zufriedene Gedanken formen unser Tun,
     wie auch Kindermund, sich stimmt mit ein in dieser Rund`
     nur gemeinsam der Tag gelingt,  ...die Sinfonie beginnt.

An solch` sonnig Tag möchten sie jubilieren
     ...wie zwei Schwäne, liebend forte tirilieren,
     an solch` sonnig Tag mögen jene "Ja" hinaus posaunen
     ...wie zwei Schwäne, ein Leben lang,
                                                               ...klingen zwei Herzen im Duett.

                                                                           Hb
                                                                           27. Juli 2010

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